von: Judith Schröder
Judith Schröder unterstützt die Bereiche Support & Recruiting.
Die Welt war schockiert, als am 20. April des letzten Jahres die BP Tiefsee-Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexico explodierte. Nach Angaben der US-Regierung flossen Tag für Tag zwölf Wochen lang mehr als 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer bis das defekte Bohrloch am 86. Tag dann mit einer riesigen Kappe provisorisch abgedichtet wurde. Anfang August konnte Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch gepumpt werden, um es zu verschließen.
Entlastungsbohrungen, die von Mitte Mai bis Mitte September liefen, halfen noch mehr Schlamm und Zement einzufüllen und so die Ölquelle endgültig zu versiegeln. Die Folgen der Katastrophe waren entsetzlich. Bei der Explosion selbst kamen elf Arbeiter der Besatzung ums Leben. Wie Greenpeace berichtete, lebten in der von der Ölkatastrophe unmittelbar betroffenen Region über 8.000 Tier- und Pflanzenarten. Mehrere Tausend tote Tiere, darunter Vögel, Schildkröten, Delphine und ein Wahl, wurden gefunden. Auch die wirtschaftlichen Folgen waren verheerend: Fischer wurden arbeitslos und die Tourismusindustrie erlitt schwere Schäden.
Die Ölkatastrophe traf den Konzern BP unerwartet und hart. Noch heute muss das Unternehmen mit den Folgen der Explosion und vor allem der Schuldfrage kämpfen: es regnet etliche Klagen, darunter zahlreiche Schadensersatzansprüche. Wie hat der Konzern aber im April reagiert, als die größte Ölkatastrophe der Geschichte unvorhergesehen passierte? Auf die Schwere der Folgen war niemand vorbereitet – eine Lösung war nicht in Sicht, musste aber schnellstmöglich gefunden werden.
Mit Crowdsourcing gegen die Ölpest. Das war die Idee des BP-Konzerns. BP entwarf eine Strategie, um die Ideenfindung und Problemlösung auf alle Menschen auszulagern und entwickelte die Website www.alternativeresponsetechnology.com. Das Ziel der Website: Lösungsvorschläge gegen die Krise sammeln. Jeder, der selbst etwas gegen die Ölkatastrophe tun wollte, oder einfach eine gute Idee hatte, wie man gegen die Ausbreitung der Krise vorgehen könnte, hatte nun die Möglichkeit seine Vorschläge, sei es eine ausgetüftelte Technologie oder eine bloße Idee, direkt an BP zu richten. In einem Formular, der „Alternative Response Technology Inquriy Form“, oder auch telefonisch konnte jeder, der sich an der Aktion beteiligen wollte, seinen Lösungsvorschlag gegen die Krise genauestens beschreiben. Hierbei durften bestimmte Angaben, beispielsweise zum Equipment oder zu den zu erwartenden Materialen, nicht fehlen. Ein Expertenteam analysierte dann die eingehenden Ideen auf Eignung und Umsetzbarkeit.
Einzelne Menschen, aber auch Unternehmen, wie zum Beispiel Clean Beach stellten ihre Ideen auf der Website online. So konnte Clean Beach mit einer eigenen Sandreinigungstechnologie das Expertenteam überzeugen. Das System, das auch zum Einsatz kam, sitzt auf einem Anhänger und separiert mechanisch Öl und Sand. Mehrere Tausend Vorschläge erreichten den Konzern und BP konnte viele berücksichtigen und auch umsetzen. Kritiker sahen die Website als Versuch, das Image des Konzerns nach der Krise aufzuwerten. Dennoch hat diese Art der Krisenkommunikation viele Menschen angesprochen und die Masse konnte sich an der Lösungsfindung beteiligen.
Judith Schröder unterstützt die Bereiche Support & Recruiting.
Digital Angel Donna DJ 12.03.2011, 04:22:25 Uhr
And the government is doing a poor job at cleaning it up.
BP Oil Spill Victims Dying: Corexit Kills
http://digitalangeldonnadj.com/blog/?p=4789
textase2010 12.03.2011, 13:00:13 Uhr
Liebe Frau Schröder
Bei einer derart menschheitsbedrohenden Katastrophe zu schreiben “die Masse konnte sich an der Lösungsfindung beteiligen” halte ich persönlich für grenzwertig. Fachkunde einiger weniger war in dem Fall dann doch mehr wert als das ominöse Crowdsourcing, das ich zudem für überbewertet und für eine Modeerscheinung halte. Die Masse hat mir in der Geschichte schon zu viele Fehlentscheidungen getroffen. Soll jetzt Hein Blöd via Crowdsourcing über meine Zukunft und die des Planeten entscheiden? Im übrigen finde ich Ihren Text zu lang und für die Masse zu umständlich geschrieben. Siehe Satz 5 in Absatz 4. Und was hat die Ölkatastrophe mit cklickworker zu tun?
Jürgen 19.03.2011, 15:33:43 Uhr
Hallo textase2010,
schau mal in Wikipedia, was “crowdsourching” bedeutet.
Dann wird das klar.
Allerdings muss ich zugeben, den Sinn auch noch nicht so recht verstanden zu haben.
Vielleicht kann die Frau Schröder ja mal ein Feedback geben. Habe ich das richtig verstanden, man kann über die angegebene Mailadresse Berichter jeder Art (als *.doc) einsenden, hauptsache das ist irgend was lesenswertes? Also etwas, was mehr oder weniger uns alle betrifft?
Ist das so?
Dann würde ich mich auch gerne beteiligen. Ein clickworker Konto habe ich bereits.
Also bitte, geben Sie hier doch mal ein Feedback.
Danke.
Jürgen
Judith Schröder 21.03.2011, 10:22:09 Uhr
Nicht die Masse hat in diesem Fall Entscheidungen getroffen – vielmehr konnten Lösungsansätze vorgeschlagen werden.
Viele Menschen, darunter auch Fachleute, nutzten die Möglichkeit über die Webseite: alternativeresponsetechnology.com Ideen vorzustellen, welche dann von einem Expertenteam ausgewertet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft wurden. So konnte man das Wissen der Masse mit dem der Experten vereinen.