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Crowdsourcing für schönere Städte

Gibt es eigentlich noch eine Straße ohne Schlaglöcher? Einen Bahnhof ohne Graffiti an Wänden und Zügen? Einen Parkweg, an dem alle Laternen leuchten? Wir alle begegnen ständig diesen und anderen Missständen in unseren Städten. Doch haben wir schon jemals etwas getan, um dem entgegenzuwirken? Vielleicht haben wir ja sogar die eine oder andere tolle Idee, wie man die eigene Stadt verschönern könnte. Doch die besten Ideen bleiben meist nur Ideen, da sich viele Menschen nicht die Mühe machen, Vorschläge bei der Stadt oder anderen zuständigen Institutionen einzureichen.

Schönere Städte per App

Um herauszufinden, welche Stadtteile von Missständen betroffen sind, nutzen inzwischen viele Städte, Kommunen und andere staatliche Institutionen das Crowdsourcing-Prinzip. Die Stadt Boston hat zum Beispiel eine App entwickelt, die es Nutzern von iPhone und Android-Handys erlaubt, Probleme direkt zu melden. Nutzer der sogenannten „Citizens Connect App“ können einfach ein Foto von einem Schlagloch, Graffiti oder auch von einem umgestürzten Baum machen und dieses dann einfach mit der Citizens Connect App an sogenannte Stadtreparatur-Teams senden. Nach der erfolgreichen Übertragung der Informationen erhält man eine Trackingnummer, mit der man den Status der eigenen Reparaturanfrage nachverfolgen kann.

Auch die Stadt Hamburg setzt eine Bürgerbeteiligungs-App ein: Nexthamburg Mobile erlaubt es Nutzern der App, unterwegs in Hamburg Orte und Gebäude zu bewerten und seine Meinung unmittelbar kundzutun. Die Nexthamburg-App steht zurzeit nur I-Phone-Besitzern zur Verfügung. Sie ortet automatisch die Position und durch ein Bild oder eine Textnachricht kann man dann im Detail ausdrücken, was nicht gefällt oder was man positiv bewerten möchte. Nach dem Start der App hat man verschiedene Kategorien zur Auswahl, wie beispielsweise „Das finde ich toll!“, „Das stinkt mir!“, „Lieblingsgebäude“ oder „Abrisskandidat“. Nach der Auswahl kann man zum Standort noch ein Foto und eine kleine Notiz hinzufügen.

Um Missstände wirklich zu bereinigen, reicht es aber nicht aus, nur Kritik zu äußern und darauf aufmerksam zu machen, wo welches Problem vorliegt. Vielmehr sollte man neue, innovative Ideen äußern – sich Gedanken machen also, was man wie verändern kann. Viele Initiativen von Städten und Kommunen rufen ihre Bürger daher regelmäßig dazu auf, sich selbst einzubringen. Die Verantwortlichen von Stadtmarketing und Co. lassen sich zuweilen sogar spannende Methoden einfallen, um die eigenen Bürger mitteilungsfreudiger zu machen.

Mit Ideen bezahlen statt mit Geld

Auch die Stadt Kopenhagen hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die Bürger dazu zu motivieren, aktiv an der Gestaltung der eigenen Stadt mitzuwirken. Denn nicht jeder, der eine gute Idee hat, ist auch bemüht, diese zu realisieren. Eine Würstchenbude soll den Bürgern in Kopenhagen nun den richtigen Anreiz bieten, um sich Gedanken zu machen. An dem „debate diner“ bezahlt man für die leckere Fleischspezialität nämlich nicht mit Geld, sondern mit guten Ideen. „The idea with the debate diner was to try a different way of creating dialog with the citizens of Copenhagen.“, berichtet Lene Bidstrup, Kommunikations- und Projektmitarbeiterin. Besonders schwierig sei es, Menschen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren mit den typischen Strategien, wie beispielsweise Bürgertreffen oder Diskussionsrunden, zu erreichen. „The city is for everyone, and therefore we think that everyone, who has an oppinion should have the opportunity to participate“, so Bidstrup.

Debatdiner

Das „debate diner“ wird an verschiedenen Stellen der Stadt aufgebaut. Zuweilen betrifft das Stadtproblem, welches gerade aktuell ist und durch die Beteiligung der Bürger gelöst werden soll, einen bestimmten Stadtbezirk. In diesem Fall wird das Diner auch genau dort aufgebaut. So haben die Menschen, die mitmachen, meist einen direkten Bezug zu dem Ort, der verändert werden soll, da sie selbst in der Nähe wohnen. „We let the debate come to you and let you participate on your own grounds.“, so drückt es Bidstrup aus. Das Prinzip funktioniert. Rund 3000 Menschen haben innerhalb der letzten sechs Monate an der Aktion teilgenommen.

Dieser Artikel wurde am 07.September 2011 von judith geschrieben.

von: Judith Schröder

Judith Schröder unterstützt die Bereiche Support & Recruiting.




6 Kommentare

Peter 07.09.2011, 22:44:42 Uhr

Ich empfinde Graffiti nicht als Mißstand, sondern als Bereicherung.

Daniel Marz 08.09.2011, 09:47:30 Uhr

Das hängt – zumindest meiner persönlichen Meinung nach – stark vom künstlerischen Gehalt des entsprechenden Bildes ab.
Graffiti können mit Sicherheit kleine (oder große) Kunstwerke und dann auch eine Bereicherung für die jeweilige Umgebung sein, aber es gibt eben auch vieles, was schlicht unter “Schmiererei” klassifiziert werden muss. Ich denke, im Beitrag ging es eher um letztere.

Yvonne 17.09.2011, 14:55:24 Uhr

“Viele Initiativen von Städten und Kommunen rufen Ihre Bürger daher regelmäßig dazu auf, sich selbst einzubringen.”

Wieso wird da das Ihre groß geschrieben? Die Stadt ruft ihre Bürger auf …, oder?

Und hier: “…we think that everyone, who has an oppinion should have …”

Seit wann wird “opinion” mit doppel p geschrieben?

Sorry, wenn ich solche Texte sehe und dann dran denke, dass meine Texte wegen weit weniger Fehlern nicht abgenommen werden, dann macht es echt keinen Spaß.

Daniel Marz 21.09.2011, 15:08:40 Uhr

Danke für den Hinweis. Sollte natürlich eigentlich nicht vorkommen. Wir beheben die Fehler.

riecknico 08.10.2011, 15:59:49 Uhr

Ich finde die Aktion von Kopenhagen gut!
Sollte auch hier gemacht werden oder auch neue kreative Ideen!

@Yvonne
Hier geht es um einen journalistischen Text!
In Deutschland muss traditionell jeder journalistische Text mindestens einen angeblichen Rechtsschreibfehler aufweisen! Das kommt noch aus der Zeit, als latein Pflicht war und man sich deshalb damit gegen die Lateiner auf die Seite der Deutschen gestellt hat!
Daher, in journalistischen Texten oder künstlerischen Texten ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, einen Rechtschreibfehler bewusst oder unbewusst mit einzubauen!
Das macht den Unterschied aus zischen einer deutschen Kultur und einer lateinisierten deutschen Sprache aus!

Wirtschaftsdeutsch gehört dabei zur alten lateinisierten deutschen Sprache. Daher ist dort ein Rechtschreibfehler nicht erlaubt! Ausser in Eigennamen! Oder in eigenen Texten über sein eigenes Produkt oder seine eigene Firma!
Hier geht es um die alten lateinischen Eigennamen und die alten strenge lateinische Grammatik!

In der Altagssprache ist es dann wieder erlaubt und erwünscht, und erst Recht in der Künstlersprache und Journalistensprache!
Unter Künstlern und Journalisten ist kein Buch oder keine Zeitung echt, wenn nicht mindestens ein Rechtschreibfehler vorliegt!
Denn ein deutscher Künstler oder Journalist ist kein Lateiner!

crowdie 12.10.2011, 22:07:27 Uhr

@riecknico: gibts dafür ne Quelle?:

“Hier geht es um einen journalistischen Text!
In Deutschland muss traditionell jeder journalistische Text mindestens einen angeblichen Rechtsschreibfehler aufweisen! Das kommt noch aus der Zeit, als latein Pflicht war und man sich deshalb damit gegen die Lateiner auf die Seite der Deutschen gestellt hat!”



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